Alexandra Binder ist die Initiatorin, Begründerin und Herz und Kopf von Autoimmun lifestyle. Ich freue mich sehr, über unser Gespräch, in dem wir viele verschiedene Bereiche gestreift haben. Kein Wunder, bei zwei Menschen, mit viel Krisenerfahrung, die sich so vielseitig interessieren und auf dem Weg sind, in einer immer schneller werdenden Welt, besser auf sich selbst zu hören und heil zu werden.

Alexandra Binder – Autoimmun Lifestyle

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Alexandra Binder im Krisenfest-Interview

Alexandra ist Journalistin und bereits einige Krisen in ihrem Leben überwunden. Sie hat gelernt, mit einer chronischen Autoimmun-Erkrankung zu leben, beschäftigt sich mit einer gesunden Lebensführung und einer gesunden Lebensweise und gibt ihr Wissen auf ihrem Blog und ihrem Instagram-Profil weiter.

Bist du Krisenfest?

Das ist immer eine meiner ersten Fragen und Alexandras Definition ist, dass Krise „ein kurzzeitiger Stillstand ist. Ein aus dem normalen Leben herausgerissen werden, inklusive einer gewissen Zeitspanne, in der das auch so bleibt.“

Das heißt, dass man einen Moment stillsteht
und auch nicht reagieren kann
und das Ganze mit einem Gefühl der Hilflosigkeit einhergeht.

Krisenfest zu sein bedeutet aber auch, irgendwann im Leben zu wissen, dass man sich diese Zeitspanne erlauben darf, kann und soll. Das Leben wird danach weiter gehen. Ein schwerer Schicksalsschlag reisst Alexandra mit 24 Jahren aus ihrem alten Leben heraus. Sie macht sich auf die Suche nach einem Loslassen und ihrer Zukunft.

Ich habe zehn Jahre lang wirklich gesucht, gesucht.
Wie kann ich aus diesem Schmerz heraus wachsen und heraus kommen?

Phasen des Werdens

Wir wünschen uns, das solche Phasen schnell vorbei gehen, aber alle braucht eben seine Zeit.“ Eine Zeit lang glaubte sie sogar, nie wieder lachen zu dürfen. Denn: Wie verhält man sich, wenn einem unaussprechliches geschieht? Wie kann man im Angesicht des Todes noch lachen? Alexandra spürt, dass sie etwas unternehmen muss und sie außerhalb ihrer wachen Sinne zu suchen hat. Auf dieser Suche stößt sie auf die Hypnose-Therapie nach Milton Erickson.

Ich sagte: Ich will nicht über die Vergangenheit reden, ich möchte es nicht mehr.
Ich habe genug geredet über die Vergangenheit.
Ich möchte einfach meine Zukunft sehen können.

Wir sprechen über ihre Erfahrungen mit dieser und anderen Therapieformen und sie erzählt, warum sie glaubt, dass es gut ist, auch viele Therapieformen (Anm.: und Wege) auszuprobieren, bis man gefunden hat, was zu einem passt. Wir sprechen darüber, wie wir von einer Erkenntnis zur nächsten unsere Leben meistern können und wie wichtig Humor und Lachen für die Heilung sind. Wir haben auch gemeinsam, das wir manche Filme nicht mehr schauen und selektiv geworden sind, welche Eindrücke und Informationen wir uns zumuten. „Einfach nicht aufgeben, nicht aufhören zu suchen, weil für jeden stellt sich der Weg anders dar und jedem hilft was anderes“ ist Alexandra überzeugt davon, dass jede/r seinen Weg findet.

Lieblingsthema Ernährung

Worüber Alexandra am liebsten spricht ist das Thema Ernährung. Ihr Wissen und Können als Journalistin hilft ihr dabei, Informationen zu scannen, und so auszuarbeiten, dass sie für ihre Community wertvoll wird. Seit fast 25 Jahren ist Ernährung ihr Thema. Aufgewachsen auf einem Bauernhof, ist sie ganz nah dran am Verwertungsprozess von Nahrungsmitteln und dem Gedanken: Mit der Natur. Irgendwann merkt sie jedoh, dass ihr Körper manche Dinge nicht gut verwerten kann. Die Beschäftigung mit Ernährung wird zur Passion, die gesunde Lebensweise zum Ziel und Auftrag.

Dogmen, lehnt sie ab. Die ohnehin vielfältige und komplexe Welt der Lebensmittel ist uns zuviel. Eine Rückbesinnung ist nötig. Sie ist überzeugt: Gesunde Ernährung muss und kann leicht gehen. Sie sollte zeitgemäß sein, und ins individuelle Leben passen. Die 80-20-Regel durchdringt dabei all ihre Empfehlungen. Nebenbei erzählt sie davon, wie sie in der Welt der Foodblogger ihren eigenen, entspannten Weg gefunden hat und nicht mehr jedem Trend folgen muss.

Ich sage immer: leb einen 80/20 Stil oder 90/10 Stil wäre noch besser.

Gesund kochen & leben

Keine Zeit zum Kochen hält Alexandra für eine Ausrede. Inzwischen gibt es viele Möglichkeiten, Hilfsmittel und Information, die einem zur Verfügung stehen. Die Beschäftigung mit Lebensmitteln gehört für sie selbstverständlih dazu.

Du kannst deinen Körper nicht entlasten, wenn du gleichzeitig gestresst bist.

Wir sprechen auch darüber, dass es frustrierend sein kann, Dinge auszuprobieren und sie dann nicht „durchzuhalten“. Auch hier findet Alexandra: Ich habe gelernt, wenn etwas nicht funktioniert, dann such ich weiter, was für mich funktioniert. „Aufgeben ist nicht mein Ding“ meint sie lässig.

Welcher Weg ist der richtige?

Alexandra lässt sich nicht mehr stressen. Sie weiß aus ihrer Geschichte heraus, das es manchmal länger braucht das passende für sich zu finden, aber dass es sich lohn. Sich keine Vorwürfe zu machen und sich vor allem nicht von Hochglanz-Fotos unter Druck setzen lassen ist für sie die Devise. Lecker und Nahrhaft soll es sein, möglichst frisch gekocht, aber eben einfach. Jeder Mensch hat seinen eigenen Weg. Das ist auch beim Thema Ernährung ist die Conclusio, wenn wir in unserem Gespräch auch darüber sprechen, wie hilflos man sich manchmal fühlen kann.

Schwere Themen leicht serviert

Zum Thema Angst, sprechen wir über das Gefühl der Hilflosigkeit. Alles geschehen lassen, ist unheimlich schwierig, findet Alexandra, doch egal wie: Das Leben leben funktioniert am besten, wenn wir uns nicht an etwas festklammern, so mühsam das auch sein kann.

Das Annehmen ist, glaube ich, überhaupt die größte Herausforderung im Leben ganz generell. Also das Annehmen ist ja der erste Schritt in die Richtung, dass du nicht mehr leidest.

Wir sprechen locker über diese schweren Themen, und nehmen es mit trotzdem Humor. Das ist krisenfest. Das Drama hat es Alexandra auch angetan. Besonders nach ihrem Online-Kurs mit Patrizia Russo (Link). Die Therapeutin mit dem Kurs „Lass das Drama los“ empfand sie als unheimlich hilfreich. Seither unterscheidet sie Drama von Krise. Alles Definitionssache meint sie und unterscheidet für sich: „Bin ich im Drama oder in der Krise?“

Mehr Verantwortungslosigkeit bitte

Als ich sie danach frage, welche Eigenschaft sie sich wünscht ist es kurz gesagt: Mehr Verantwortungslosigkeit. Auch um mehr bei sich zu bleiben. Wir sprechen über die gesunde Wirkung von Distanz und darüber, wie man das im Leben erreichen kann. Für andere da sein, aber sich nicht in Geschichten hinein ziehen lassen, die nicht unsere sind. Helfen wollen, können und dürfen sind wirklich sehr verschiedene Dinge stellen wir im Gespräch fest.

Was Alexandra der Welt mitgeben möchte: Sei mutig und schieb nichts auf, das du wirklich machen möchtest.

Mehr über Alexandra Binder

Alexandra hat mir ein ganzes Dokument geschickt und wie kürzt man bitte den Artikel einer gelernten Journalistin! 😉 Also habe ich das ganze hier frech und frei einfach genau so platziere wie ich es von ihr bekommen habe:

Selbstbeschreibung

Studierte Journalistin, zeitweilige Hippiebraut mit Sitz in Ibiza und Paris, und krisenfeste Gründerin der Plattform www.autoimmun-lifestyle.com

Ich bin Alexandra, Waldviertlerin und seit 25 Jahren bin ich Journalistin mit Hang zur Ironie und außerordentlich viel Liebe zu Kochen. Eine Zeit lang in meinem Leben war ich die personifizierte Krise. Mein Bild hättest Du ins Lexikon unter Krise klatschen können. Mit 24 ist bei einem Autounfall mein Freund in meinen Armen gestorben. Es folgten 15 Jahre Arbeitswut. Mit 39 trat noch mal ein Mann in mein Leben. Mit 42 wurde ich schwanger. Das Leben gibt mir was zurück, dachte ich. Aber ich habe das Kind verloren und mir dafür die Autoimmunkrankheit Hashimoto zugelegt. Im Dezember 2012 teilte mir eine Ärztin der hochsensiblen Sorte mit: „Ihre Schilddrüse ist entgleist“. Krise deluxe. Mit allem was dazugehört. Auszucken, Tränen und wieder aufrappeln.

Ich will, dass andere kranke Menschen weniger oft auf die Nase fliegen.

Aus der Krise raus, kam ich zur Erkenntnis, dass Pillen schlucken allein mir nicht hilft. Deshalb habe ich 2021 das Portal www.autoimmun-lifestyle.com gegründet. Was ist meine genaue Intention? Ich will mein gesammeltes Wissen weitergeben. Wenn nur ein autoimmunkranker Mensch weniger oft auf die Nase fliegt, wie ich es tat, ist das nämlich schon sehr befriedigend. Ironie, Kochliebe und mein journalistischer Spürsinn kamen mir bei meinen gefühlten tausend Baustellen zu Gute. Und so habe ich gekocht, meditiert, yogiert, Inhaltsstoffe, Studien und die Natur studiert, bis Laune, Darm und Wohlbefinden gebessert haben. Dabei habe ich so ziemlich jedes Konzept durchprobiert.

Die Krise hat viele Facetten, das heil werden auch.

Deshalb findet ihr auf Autoimmun Lifestyle alles, was das Leben hergibt. Von glutenfreien, histaminarmen Rezepten, über Entspannung und Meditation, von Abgrenzung bis hin zu Hintergrundreportagen zu Ernährung und Tierhaltung. Weil ich glaube, dass die starke Zunahme von Autoimmunerkrankungen mit vielen Faktoren zusammenhängt. Mikrobiom, Biodiversität, Umwelt und Ernährung bestimmen unsere Gesundheit. Was im Umkehrsinn auch heißt: All diese Bausteine tragen auch zum krisenfest werden bei. Und zum heil werden. Gut und gerne zu Essen, und alles darüber zu wissen, ist nur einer davon. Aber ein riesiger. Deshalb betreibe ich auch keinen reinen Foodblog. Ich rede und schreibe über Pestizide, über biologische Landwirtschaft, über Ayurveda, teste Produkte und es gibt Interviews mit spannenden Menschen, die nicht eh überall schon 1000-mal aufgetaucht sind.

https://www.autoimmun-lifestyle.com/
Folge ihr auf Instagram: https://www.instagram.com/autoimmun.lifestyle/